La Volerie des Aigles.

 
 
1 Die Fortpflanzung in der Greifvogelwarte
 
 Alle Greifvögel stehen mittlerweile unter Artenschutz. Die Greifvogelwarte Kintzheim trägt durch eine eigene Aufzuchtstation zum Überleben dieser Vögel bei. Die Zuchtstation ist die erste in Frankreich und hat die Forschung im Bereich der Reproduktionstechniken maßgeblich vorangetrieben.
 Im Juni 1983 wurde hier erstmalig ein Andenkondor in Gefangenschaft geboren.

Ein zwei Wochen alter Steinadler – frisch beringt
Die in Gefangenschaft geborenen Vögel werden mit 3 Wochen mit Ringen gekennzeichnet, die einem ausgewachsenen Tier nicht mehr entfernt werden können. Auf diese Weise erhält jeder Vogel eine Art individuellen Ausweis, der eine lückenlose Überprüfbarkeit der Herkunft der Tiere garantieren und zugleich den illegalen Schmuggel mit Greifvögeln verhindern soll.
 
Die Normen der Kennzeichnung wird vom Umweltministerium vorgeschrieben.

 
 Alle Vögel, die in Frankreich eingesetzt werden - sei es bei der Jagd, zu Zwecken der Landschaftspflege, im Kampf gegen Schädlinge oder zur Flughafensicherung – wurden in Gefangenschaft gezüchtet.
 Die Greifvogelwarte Kintzheim verfügt über eine große Kompetenz und Erfahrung in der Zucht von Falken, Adlern und Geiern in Gefangenschaft. Die Einrichtung beteiligt sich aktiv an europäischen Arterhaltungsprogrammen, insbesondere zum Schutz des Steinadlers, des WeißkopfSeeadlers, des Riesenseeadlers und des Kaiseradlers.
 
2 Die Zucht in Gefangenschaft
  
 Der Greifvogelpark verfügt über eine auf die Zucht in Gefangenschaft spezialisierte Einrichtung, in der die innovativsten Techniken zum Einsatz kommen (Geschlechtsbestimmung durch genetischen Fingerabdruck, künstliche Befruchtung, Bebrütung...)
Dank einer besonderen Ausstattung zählt diese Einrichtung zu den wenigen, in denen die Greifvögelzucht durch künstliche Befruchtung möglich ist. In einem eigenen Raum zur Besamung sind alle Instrumente vorhanden, um Spermien zu entnehmen, zu kontrollieren und dem Weibchen einpflanzen zu können.

 
Der Inkubationsraum, in dem die Eier bis zum Ausschlüpfen untergebracht und beobachtet werden.
Aufbrechen eines Eies

 Ein vollständig gefliestes Labor ist in einen Inkubations- und einen Aufzuchtraum unterteilt. Im Inkubationsraum befinden sich vier Brutkästen und einem Schlüpfapparat. Die Eier bleiben hier rund 30 Tage bei besten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen. Bei Geiern kann die Brut- und Schlüpfzeit bis zu 55 Tage betragen.
 

Trockenkästen im Aufzuchtraum
Trockenkasten: hier werden die Jungvögel direkt nach dem Ausschlüpfen für 24 bis 48 Stunden untergebracht.
 
Die Wärmekammern
Im Aufzuchtraum gibt es Trockenkästen, in denen die jungen Vögel die ersten zwei Lebenstage verbringen, um ihr Gefieder nach dem Schlüpfen zu trocknen. Anschließend werden sie in Wärmekammern gesetzt, in denen die Jungvögel die Umgebungstemperatur annehmen.
In diesen Kästen werden die Vögel ungefähr eine Woche mit der Pinzette ernährt, bevor sie dann zu ihren Eltern zurückkehren, die die Aufzucht fortführen.
Diese 6 Tage alten Jungfalken werden mit der Hand aufgezogen.

 Dieses Verfahren ist für die Jungvögel am sichersten – denn während der ersten zehn Lebenstage ist die Sterblichkeitsrate am höchsten – und verhindert die Beeinflussung der Tiere durch den Menschen. So werden die Tiere durch ihresgleichen aufgezogen und verhalten sich wie Greifvögel, anstatt sich durch die Aufzucht von Menschen bedingt wie Menschen zu fühlen.
Die Greifvogelwarte Kintzheim unterstützt zahlreiche Projekte zum Greifvogelschutz. Im Zentrum stehen hierbei vor allen Dingen die Unterstützung durch technische Hilfsmittel und die Beratung durch Experten. In den kommenden Jahren wird dieses Engagement noch weiter ausgebaut.
In Kürze wird der Greifvogelpark mit einer langfristigen finanziellen Unterstützung lokaler Greifvogelschützer beginnen.